Nachdem ich mir doch mal ein neues Notebook gekauft habe, wollte ich natürlich auf wieder ein FreeBSD installieren. Laut Hardware-Notes sollte das auch kein Problem darstellen, noch dazu haben mir einige Mitstreiter versichert, dass alle (sic!) FreeBSD-Entwickler Thinkpads haben. Somit wäre das überhaupt kein Problem.
Die Realität sieht leider anders aus. Während FreeBSD 7 (i386) noch recht anständig funktioniert, was ich auch in einem ThinkWiki-Artikel dokumentiert habe. Dagegen spinnt FreeBSD 8 (i386) herum. Es funktioniert nichts richtig. Suspend und Resume bringen das gesamte Betriebssystem zum Absturz. Diese seit langem bekannte Fehlerquelle war schnell lokalisiert: APIC – advanced programmable interrupt controller. Diesen Baustein darf man nicht mit ACPI verwechseln!
Nachdem der Code für den APIC im Kernel deaktiviert war, funktionierte Suspend/Resume auch wieder. Aber die nächste Grausamkeit ließ nicht lange auf sich warten: XOrg mit seinen DRI(2)-Modulen. Diese Module sind für eine beschleunigte 3D-Darstellung zuständig. Bei aktivierten DRI(2)-Modulen wacht das Notebook nach vorherigen Suspend nicht mehr auf. Daher wurden auch diese Module in der XOrg-Konfiguration deaktiviert.
Aber ein Punkt hat das Faß zum Überlaufen gebracht: HAL – hardware abstraction layer. Ich verstehe, dass dieses Stück Software – sagen wir mal – nicht ganz optimal ist. Aber das es im Grunde nicht sauber funktioniert, hätte ich nicht erwartet. Die Konfiguration ist komplett im XML-Format gehalten. Den Entwickler sollte man die Löffel lang ziehen. Was war passiert: USB-Stick nicht erkannt, eingelegte CD wurde nicht gemountet, DVDRAM nicht beschreibbar, weil HAL einen falschen Treiber ausgewählt hat, usw.
Ich hatte keine Lust mehr, mich damit herum zu ärgern. Etwas schweren Herzens habe ich dann FreeBSD vom Notebook verbannt und habe mich nach Alternativen umgesehen. Schließlich sollte das Notebook ein Arbeitsgerät sein und keine Bastelbude.
Jetzt habe ich die Linux-Distribution Fedora 12 installiert. Und was soll ich sagen?
Aaaaaaah, es funktioniert, es funktioniert wirklich – ich bin begeistert!