Freebsd-Onkel’s Blog

Montag, 15. März 2010

WetterDirekt-Station TFA EOS Info

Einsortiert unter: Wetter & Wetterstationen — freebsdonkel @ 14:50

Da ich schon längers vom “Wetter-Virus” infiziert bin und auch eine Ausbildung in diesem Bereich “genießen” durfte, hatte ich mir letztes Weihnachten eine Wetterstation schenken lassen. Dazu besorgte ich mir noch eine Station, die Prognosen empfangen und symbolisch darstellen kann.

Verfahren der Prognoseübermittlung

In Deutschland gibt es zwei Verfahren zur Übermittlung von Prognosedaten: WetterDirekt und MeteoTime. Beide Verfahren haben gemeinsam, dass Meteorologen eine Prognose für ein bestimmtes Gebiet erstellen. Diese Prognose wird kodiert und verschlüsselt übertragen. Die passenden Endgeräte entschlüsseln die Information und zeigen die für den Standort des Geräts passende Prognose mehr oder weniger aufwändig an. Mit OpenSource hat das auch nix zu tun, da beide Verfahren die Informationen verschlüsseln und die passenden Geräte ermöglichen eine Entschlüsselung der Daten. Das sind die Gemeinsamkeiten, die Unterschiede sind aber sehr deutlich:

  • System WetterDirekt: Dieses System verwendet zur Übermittlung der Prognosedaten neben Satellitentechnik auch das so genannte Pager-Netz. Dabei werden von Meteorologen, die bei WetterOnline arbeiten, Wettervorhersagen erstellt. Diese werden von der Zentrale an umlaufende Satelliten verschlüsselt übertragen. An zentralen Stellen des Pager-Netzes, das übrigens auch von Feuerwehren, Notrufdiensten und anderen Hilfsdiensten genutzt wird, speist man das Satellitensignal ein. Da das Pager-Netz eine sehr gute Qualität hat, sind Ausfälle bei der Übertragung der Daten nicht zu erwarten. Diese Technologie funktioniert aber nur in Deutschland, wobei die Prognosen allerdings öfters pro Tag aktualisiert.
    Das System WetterDirekt unterteilt das Prognosegebiet Deutschland in 50 Regionen oder 300 Landkreise, wie auf der Homepage von WetterDirekt ersichtlich ist.
  • System MetoTime: Wie bei WetterDirekt werden die Wettervorhersagen von Meteorologen erstellt. Zur Übermittlung der Informationen wird aber nicht auf Pager-Netz zurückgegriffen, sondern man nutzt die DCF77-Technik. Diese Technik ist jedem von den Funkuhren her bekannt. Dazu werden nach der Schaltminute die frei verfügbaren 14 Bit verwendet. Dadurch lassen sich 90 Regionen in ganz Europa abdecken, wobei die Prognosen nur einmal in 24 Stunden aktualisiert werden, wie auf der Homepage von MeteoTime ersichtlich ist.

Nach meiner persönlichen Ansicht ist die Aufteilung der Regionen bei WetterDirekt günstiger zu bewerten. Gerade im Alpenvorland und direkt am Alpenrand sind die Einflüsse von großen Nord-Süd-Tälern wie das Lechtal oder Ost-West-Tälern wie das Inntal nicht zu unterschätzende Parameter in der Wettervorhersage. Leider werden diese Parameter bei MeteoTime – zumindest ist es auf der Karte so dargestellt – nicht ausreichend berücksichtigt.

Die Prognosestation TFA EOS Info

Die Prognosestation TFA EOS Info (auch TFA 35.5017 oder WD 9004) empfängt die Wettervorhersage von WetterDirekt. Die Prognoseauswertung bezieht sich dabei auf eine der 50 Regionen. In meinem Fall ist dies Region 89 (München mit Umgebung). Der mitgelieferte Sensor überträgt die Außentemperatur und Außenluftfeuchte alle fünf Sekunden an die Basisstation. Die Übertragungsfrequenz liegt bei 866MHz und die Reichweite im freien Feld ist mit 100 Metern angegeben. Außerdem zeigt der Außensensor auf einem kleinen Display die aktuelle Temperatur und Luftfeuchte im Wechsel an.

Die beiden Bilder zeigen sowohl die Basisstation als auch den Sensor:
<Bilder der Geräte einfügen, warten auf Erlaubnis des Herstellers>

Die Anzeige der Basisstation ist in drei Bereiche unterteilt. Im obersten Anzeigebereich finden sich neben der aktuellen Uhrzeit auch die Außenwerte. Die Uhr hat eine Ganggenauigkeit von +/- zwei Minuten, was angesichts der Tatsache, dass die Uhrzeit auch empfangen wird, gut genug ist. Außerdem wird in großen Symbolen die Prognose für den aktuellen Tagesabschnitt angezeigt. Welcher Tagesabschnitt derzeit dargestellt wird, ist am oberen Rand der Anzeige zu entnehmen. Zusätzlich wird noch das zu erwartende Temperaturmaximum beziehungsweise Temperaturminimum angezeigt.In diesem Bereich werden auch die derzeitigen Außenwerte angezeigt.

In der Mitte des Displays befindet sich eine Textzeile, in der die Wettervorhersage als durchlaufender Kurztext angezeigt wird. Die Geschwindigkeit läßt sich einstellen, ebenso für welchen Tagesabschnitt der Text gültig ist. Dabei hat man die Auswahl zwischen GANZER TAG (0 – 24 Uhr), VORMITTAGS (6 – 12 Uhr), NACHMITTAGS (12 – 18 Uhr), ABENDS (18 – 24 Uhr) und NACHTS (0 – 6 Uhr) und ROTIEREND (alle Tagesabschnitte im Wechsel). Bei zu erwartenden Windgeschwindigkeiten mit mehr als Stärke 8 Bft wird optisch und akustisch (abschaltbar) eine Sturmwarnung ausgegeben: ACHTUNG – STURMWARNUNG.

Im unteren Bereich der Anzeige findet sich die Prognose für die folgenden vier Tage. Sie ist jeweils als Symbol, maximale Temperatur und minimale Temperatur angegeben und bezieht sich auf den jeweiligen Tagsabschnitt, der wie bereits erwähnt am oberen Displayrand zu sehen ist.

Betrieb und Fazit

Die Inbetriebnahme ist einfach. Zunächst legt man in den Außensensor und anschließend in die Basisstation die Batterien ein. Jetzt heißt es abwarten. Die Werte des Außensensors werden recht schnell angezeigt. Nach circa zwei bis drei Minuten erscheinen die aktuellen Zeitinformationen. Die Anzeige der Prognosen kann allerdings bis zu drei Stunden dauern. Leider läßt sich der Standort nicht vorgeben. Es wird die Region ausgewählt, deren Pager-Sender die höchste Feldstärke hat. So kann es schon zu interessanten Effekten kommen: Da Feldstärken in seltenen Fällen konstant sind, ist es möglich, dass bei einem Standort an einer Grenze zu einer anderen Prognoseregion die Nachbarregion als Vorhersagegebiet herangezogen wird. Eine manuelle Vorgabe des Vorhersagegebiets wäre in dem Fall eine gute Sache und sollte vom Hersteller in Betracht gezogen werden.

Bis heute läuft die Station problemlos. Die Prognosen erweisen sich bis auf die vorhergesagten Temperaturen als sehr präzise. Dass die tatsächlichen Temperaturen von der Vorhersage abweichen, ist angesichts der geographischen Unterschiede nicht weiter dramatisch. Auch die Abweichung des Außensensors hält sich in Grenzen: +/- 0,2 °C (Temperatur)bzw. +/- 5% (Luftfeuchte). Das ist angesichts des an die Station gestellten Anspruchs ein guter Wert.

Daher lautet mein persönliches Fazit: Für an der Meteorologie interessierte Menschen ein schönes Gerät. Ebenso sollten Wanderer und Bergsteiger – solange sie in Deutschland und direkt an der österreichischen Grenze ihre Touren planen – sich diese Prognosestation genauer ansehen.

Weitere Informationen

Links zu Technik und Produkten:

Wetter im Internet:

Hinterlasse einen Kommentar »

Es gibt noch keine Kommentare.

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack URI

Kommentar verfassen

Please log in using one of these methods to post your comment:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

Theme: Rubric. Bloggen Sie auf WordPress.com.

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.