Da gab es vor langer Zeit einmal eine Kampagne mit dem Thema “NoBLOB”. Nein, hier ging es nicht um Spinat mit Sahne, sondern um ClosedSource- und OpenSource-Treiber im BSD-Bereich. Diese Kampagne wurde ins Leben gerufen, weil immer mehr Hardware-Hersteller sich dem OpenSource-Gedanken verschließen, was sich glücklicherweise zur Zeit etwas ändert.
OpenSource-Treiber werden mit den fadenscheinigsten Argumenten verhindert. Angeblich würde so ein Teil der Hardware an den potentiellen Konkurrenten verraten, der dieses Gerät dann ganz einfach und kostengünstig nachbauen kann. Andere Argumente, die sich gegen eine Veröffentlichen von Dokumentationen aussprechen, legen allen Ernstes dar, dass bei falscher Programmierung die Hardware bestimmte Spezifikationen nicht erfüllen kann. Das haben übrigens die Hersteller von WLAN-Karten lange behauptet. Eine solche Argumentation ist absolut nicht stichhaltig, denn garantiert der Hersteller, dass sein ClosedSource-Treiber wirklich(!) richtig(!) funktioniert?
Genau aus solchen Gründen wurde eine Kampagne ins Leben gerufen, um Hardware-Hersteller aufzufordern, sich OpenSource-Treibern und frei verfügbarer Dokumentation nicht länger zu verschließen. Zunächst wollte man das im Verbund mit OpenBSD machen, aber die Gruppe wollte sich nicht beteiligen. Der Grund war, dass es zum damaligen Zeitpunkt einen ClosedSource-Treiber in FreeBSD gab, der aber später durch einen OpenSource-Treiber ersetzt wurde.
Doch, was ist aus der Kampagne geworden? Tja, sie wurde ein oder zweimal präsentiert und dann ist sie eingeschlafen. Es wurde immer wieder lamentiert, dass man das ausbauen möchte, aber es wurde nix daraus. Das ist sehr bedauerlich, aber auch nicht sonderlich verwunderlich, da es seit einiger Zeit einen Grafiktreiber – ClosedSource – von NVidia gibt.
Dieser Grafiktreiber wurde von der Community gefeiert wie ein Rockstar. Sicherlich gehört er nicht zum Betriebssystem, aber es stellt sich natürlich die Frage, wie das zur NoBLOB-Kampagne passt? Richtig, gar nicht! Man kann die OpenBSD-Community schon verstehen, wenn sie sich nicht beteiligen wollte.
Schade um die viele Zeit und Mühe, die investiert wurde.